Eine Ära geht zu Ende

Eine Ära ging zu Ende

Im Oktober beendeten sowohl Frau Keßler als auch Herr Schwab aus gesundheitlichen Gründen ihre Mesnerdienste. Jahrzehntelang haben sich beide um unsere Ortskirchen liebevoll gekümmert, ihre Aufgaben stets gewissenhaft, absolut zuverlässig und mit außerordentlichem Fleiß erfüllt. Dabei leisteten sie mehr, als zu erwarten war und ihr vertragliches Stundenmaß vorsah. Bei Frau Keßler half oft auch die Familie mit, während Frau Schwab ihren Mann im Krankheitsfall vertrat. Ein wahrer Glücksfall für unsere Kirchengemeinde und ihre Pfarrer!

Herr Schwab konnte einst von Pfarrer Seegmüller gewonnen werden und war seit Bestehen der Versöhnungskirche von 1968 bis jetzt (nur mit fünfjähriger Unterbrechung in den 70er Jahren) Mesner mit Leib und Seele. Seine prächtig ausgestattete Kirche zum Erntedankfest - stets ein Augenschmaus! Aber auch an den anderen Sonn- und Feiertagen bewies er beim Schmücken sein großes Geschick. Im Herbst sorgte er für nahezu blattfreie Wege. Zudem kümmerte er sich um unser Gemeindehaus. An manchen Tagen verbrachte er wohl mehr Zeit rund um die Kirche als zu Hause. Für seine Verdienste wurde er schon von Vertretungspfarrer Rachinger „geadelt“. Der lange auch als Gemeindebriefausträger, Diakoniesammler, Bläser und nach wie vor als Sänger und Mitarbeiter im Seniorenkreis aktive Mesner erinnert sich noch gut an (s)einen Brief, der an „Herrn Oberkirchenrat Schwab“ adressiert war. Für ein „Späßle“ war er stets zu haben. Und dass er seine Dienste klaglos und gerne, ja mit Freude wahrnahm, ist spürbar gewesen.

Selbiges gilt für Erna Keßler. Wie ich von ihr hörte, hatte sie 1994 Hermine Habersaat dazu „überredet“, die Nachfolge von Helene Benninger anzutreten. Damit bekamen Albrecht Roth und danach ich eine Mesnerin, die sich jeder Pfarrer nur wünschen kann. Mir hat sie sogar, was ich wohlgemerkt nie verlangen würde, sonntäglich die Lieder im Gesangbuch markiert, damit ich nicht lange suchen muss. Gänzlich unkompliziert und zu unserer größten Zufriedenheit übte sie ihr Amt treusorgend aus. Selbst unter Schmerzen verrichtete sie pflichtbewusst ihren Dienst. Ich wüsste nicht, dass sie mal, was nur allzu menschlich wäre, z.B. beim Anstecken der Lieder einen Fehler gemacht hätte. An „Pannen“ erinnert sie sich selber nur an eine: als bei der Goldenen Konfirmation plötzlich eine Decke brannte. Hat sie aber selbst gelöscht. Was ich ausdrücklich noch hervorheben will: Wie Herr Schab trug sie mit eigenen Pflanzen und kreativem Geschick dazu bei, dass sich Konfirmandeneltern, Brautpaare oder Eltern von Täuflingen einiges sparen konnten.

Beiden wurde lange nichts zu viel. Die Zusammenarbeit kann ich nur als bestens bezeichnen. Im Rahmen der Gemeindeversammlung am 26.10. dankten wir Frau Keßler und Herrn Schwab für ihren großartigen Einsatz. Was sie für unsere Kirche geleistet haben, wird in allerbester Erinnerung bleiben. Ich wünsche ihnen für den „Ruhestand“ viel Gesundheit und nur das Beste.                                                                                                                                       kh

Frau KeßlerHerr Schwab